MusterschülerIn_oder_SchulabbrecherIn

Kathrin Malzner

Was ist heute wichtiger, um Erfolg zu haben, ein perfekter Schulabschluss und Doktortitel oder die Gabe, anders und individuell zu denken?
Gertrud Leimüller schreibt in der Tageszeitung „Salzburger Nachrichten" in dem Artikel, „Warum müssen eigentlich alle studieren": „(...) ein akademischer Titel ist selbst in Österreich nicht mehr das, was er einmal war."
Das sollte jedoch nicht heißen, dass Schulbildung nichts mehr wert ist, denn selbstverständlich ist es auch damit möglich, Erfolg im Beruf zu haben.
Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass unsere Zukunft in den Händen der kreativen Köpfe liegen wird. Selbstständiges Arbeiten und kritisches Denken werden zwar jetzt noch als unangenehme Charaktereigenschaften gesehen, die Zukunft verspricht allerdings Veränderung, wie auch Markus Hengstschläger in seinem neuen Buch „Die Durchschnittsfalle" erklärt.
Im Wirtschaftsmagazin ChefInfo sagte Hengstschläger im Rahmen eines Interviews im Februar 2012: „Umso mehr verschiedene Menschen in unseren System sind, umso eher ist auch einer unter uns, der die Antwort auf die Überlebensfrage wissen wird."
Um die wirtschaftlichen Probleme auf der Welt in den Griff zu bekommen, benötigt man Menschen, die auch über den Tellerrand hinaus blicken können, innovative Ideen finden und die, anstatt nur über Problemlösung zu reden, auch zu Taten schreiten.
Das „Andersdenken" wird für unsere Gesellschaft immer wichtiger, dies geht in unserem System bislang leider noch zu sehr unter. Deswegen sollten wir versuchen, die Jugendlichen, die jetzt noch als Problemkinder oder ewig Unzufriedene abgestempelt werden, zu unterstützen. Denn durch ihren Willen, etwas in der Welt zu verändern und zu verbessern, wird in der Zukunft wahrscheinlich Unmögliches möglich.
Männer und Frauen, die weiterhin den gewohnten Weg gehen, werden womöglich demnächst auf der Strecke, zwischen allen anderen, bleiben. Denn selbst wenn sie einen vorbildlichen Bildungsweg hinter sich haben, fehlt es ihnen meist an Lebenserfahrung.  
Meiner Meinung nach kann ein Mensch, der keine normale Schul- und Studienlaufbahn hinter sich hat und deshalb in seinem Leben vielleicht schon an mehr Grenzen und Probleme gestoßen ist als andere, im Berufsleben oder in der Wirtschaft sehr wohl etwas bewirken und mit Schwierigkeiten sogar besser umgehen. Dieser Mensch wird sich nicht so leicht untergraben lassen wie jemand, der mit Leichtigkeit durchs Leben geflogen ist.
Darüber hinaus wird er, bedingt durch die vielen Hürden in seinem Leben, wahrscheinlich auch kritischer denken und sich nicht alles gefallen lassen.
Der durchschnittliche Studienabgänger hat diese Erfahrungen nicht. Er kennt bis zu diesem Zeitpunkt kein anderes als das Schulsystem, welches auf dem Satz: "Halt deine Klappe und du kommst ohne Schwierigkeiten zum Ziel" basiert. Aus diesem Grund fällt es dem Studienabgänger schwerer, eine Autoritätsperson zu hinterfragen und zu kritisieren. Er fällt somit auch zwischen den anderen durchschnittlichen Fischen im Teich der Mitläufer nicht auf.
Bildung bleibt weiterhin ein zentrales Thema für unsere Karriere. Es mehren sich jedoch die Zeichen, dass man in Zukunft auch durch Umwege und durch „anders sein" an die Spitze kommt.

 

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